Gastbeitrag: postpoetry.2012 oder simsalöabim


Kuckuckslicht
der Rübe wegen
immerwieder
oscarfinal
HP-307
Keilschrift
Leberwurstaufstand
simsalöabim…

Nein, dies hier ist keine experimentelle Lyrik! Es handelt sich vielmehr um einige Kennwörter, mit denen die Bewerber im diesjährigen Wettbewerb postpoetry.2012 ihre anonym eingesendeten Gedichte versehen hatten. In diesem Jahr lohnte sich die Teilnahme am Wettbewerb noch mehr als in den Vorjahren. Insgesamt 8.200€ wurden dank der Unterstützung durch Kulturministerium und Kunststiftung als Preisgeld vergeben. Und deshalb war der Andrang groß.

Insgesamt gingen in der Kategorie „Lyriker NRW“ 345 Texte, in der Kategorie „Nachwuchsautoren“ 167 ein. Da fiel die Auswahl nicht leicht, denn nur jeweils 5 Gedichte konnten jeweils prämiert werden. Trotzdem waren beide Jurys mit dem Ergebnis sehr zufrieden, ebenso wie übrigens die zahlreichen Gäste bei der Preisverleihung, die am 15. November im Dortmunder Theater Fletch Bizzel stattfand.

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Ein Gedicht, so sagt der Berliner Lyriker Jan Wagner, soll „schmatzen, krachen, stinken dürfen, es kann und soll aus dem Vollen schöpfen – ohne dass es dabei naiv, affirmativ und gleichsam sprachlos zu werden droht. Jedes Gedicht“, so sagt er, „ist eine Irritation, weil es die Dinge so fasst und sagt, wie sie noch nie zuvor gefasst und gesagt worden sind.“

Und so gab es bei der Preisverleihung viele unerhörte Dinge, die zuvor noch nie so formuliert worden waren.

Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr folgende Gedichttitel und Autorinnen und Autoren:
in der Kategorie Lyriker NRW: „Hundert hertz“ von Bärbel Klässner (Essen), „Zazen in der Metro“ von Thorsten Krämer (Köln), „Notaufnahme“ von Hellmut Opitz (Bielefeld), „Birken und Auen“ von Hermann-Josef Schüren (Aachen), „zaman/zeit“ von Gerrit Wustmann (Kerpen);

 in der Kategorie Nachwuchsautoren NRW: „SÄTZE ÜBER PLANKEN“ von Jason Bartsch (Jg. 1994, Solingen), „Er läuft allein“ von Eva Freyschmidt (Jg. 1995, Düren), „Cyberspice“ von Lina Hacker (Jg. 1991, Münster), „urbanal“ von Susanne Romanowski (Jg. 1995, Hamm),  „Inventur“ von Rhea Simone Winand (Jg. 1993, Solingen).

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Am 21. Januar 2013 werden einige Preisträger in Bonn zu Gast sein. Thorsten Krämer und Lina Hacker lesen in der Stadtteil- und Gesamtschulbibliothek Beuel Ost.
Begleitet werden sie von der Vorjahrespreisträgerin Marie T. Martin.

Um schon einmal einen ersten Eindruck von der „jungen Lyrik“ gewinnen zu können, sei hier das Gedicht von Rhea Winand präsentiert, das bei der Preisverleihung den Publikumspreis erhielt.

Inventur

Monika Littau

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