Eifel-Flair in Godesberg


Portrait N.ScheuerABB_ScheuerPeehsLiebe_978-3-406-63949-4_1A_CoverAls Neu-Bonnerin entdeckt man ja ganz schnell auch die Eifel und ihren ganz besonderen Charme.
Als Bibliothekarin natürlich nicht zuletzt in den Romanen vor Eifel-Kulisse. Da ist es nicht verwunderlich, dass mich der neueste Roman des Kall’schen Autors Norbert Scheuer ganz besonders berührt hat. Wie unglaublich abenteuerlich ist das Leben seines Helden Rosarius Delamot, obwohl (oder weil?) er nie weiter als bis Köln gekommen ist! Es ist schon was dran, dass die wahren Abenteuer sich im Kopf abspielen. Norbert Scheuer hat das wunderbar aufgeschrieben.
Von meiner Begeisterung über den inzwischen hochbelobten und bepreisten Autor und speziell diesem Roman hat sich erfreulicherweise auch Michael Braun von der Adenauer-Stiftung anstecken lassen. Wir freuen uns sehr auf den Donnerstag, 16.5. , an dem Norbert Scheuer seinen Roman „Peeh’s Liebe“ in der Bezirksbibliothek Bad Godesberg um 19.30 Uhr selbst vorstellen wird. Herr Scheuer ist übrigens auch Bonner…sozusagen. Er hat hier studiert. Dies und andere „ordentliche“ Informationen finden Sie nachfolgend. Bis Donnerstag bei Norbert Scheuer und seinem ganz besonderen Eifel-Abend – ich freue mich, Sie dann dort begrüßen zu dürfen. Gabriele Belloff

Der Autor:
Norbert Scheuer, geb. 1951 in Prüm, Eifel, lebt in Kall. Nach Elektrikerlehre und Studium der physikalischen Technik und Philosophie in Bonn, Düsseldorf und Iserlohn. Arbeitet als Systemprogrammierer. Debüt 1994 mit dem Erzählungsband Der Hahnenkönig. Einen Namen hat sich der Autor mit ‘weltklugen’ (Die Zeit) Heimatromanen und antiidyllischen Dorfgeschichten gemacht, zuletzt mit Überm Rauschen (2009) und Peehs Liebe (2012). Das poetische Potenzial der Eifel kommt auch in dem Gedichtband. Bis ich dies alles liebte (2011) zum Tragen. Norbert Scheuer hat den Düsseldorfer Literaturpreis (2010) und den Rheinischen Literaturpreis Siegburg (2010) erhalten.

Zum Buch:
Rosarius Delamot weiß nicht, wer sein leiblicher Vater ist, vielleicht ein Archäologe, der das Straßennetz des antiken Römischen Reiches kartographiert hat und in Nordafrika verschollen blieb. Rosarius hat nur seine Mutter Kathy, er ist in seiner Jugend kleinwüchsig und spricht die ersten dreiundzwanzig Jahre seines Lebens kein Wort. Aber er sieht die Dinge anders als gewöhnliche Menschen, sein Gehirn scheint ein unendlicher Speicher von kleinsten Wahrnehmungen und Erinnerungen zu sein. Als Kind hat er sich in Petra verliebt, die er nur „Peeh“ nennen kann. Später, als normalgroßer Erwachsener, der Sprechen gelernt hat, wird eine Liebesgeschichte daraus. In seinen Träumen und in der Wirklichkeit lebt Rosarius sein eigenes Leben, in dem er die ganze Welt bereist und die Eifel, in de er mit Vincentini ein elektrisches Akupunkturgerät verkauft, das gegen jede Krankheit helfen soll. Als alter Mann im Heim wird er von Annie liebevoll gepflegt, ihm ist, als wäre seine Peeh endlich wieder da, als würde er ihr jetzt im Alter die abenteuerliche Geschichte seines Lebens erzählen, eine Geschichte über die Liebe, das Altern und das Vergessen. In seinem neuen, bewegenden, melancholisch-lichten Roman zeigt sich Norbert Scheuer wieder als ein großer, poetischer Erzähler.

Der Moderator:
Prof. Dr. Michael Braun, geb. 1964 in Simmerath/Eifel. Nach dem Studium der Germanistik, Katholischen Theologie, Politikwissenschaft und Pädagogik in Aachen, Bonn, Edinburgh und Pittsburgh Leiter des Referats Literatur in der Konrad- Adenauer-Stiftung und apl. Professor an der Universität zu Köln. Zuletzt erschienen: Die deutsche Gegenwartsliteratur (2010) und wem gehört die Geschichte? Erinnerungskultur in Literatur und Film.

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Über Gabriele Belloff

fahrradfahrende Gernbonnerin
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2 Antworten zu Eifel-Flair in Godesberg

  1. Solminore schreibt:

    Norbert Scheuer habe ich auch über die Stadtbibliothek Bonn kennengelernt. Daß Bücher dieses Autors dort schon lange, bevor er richtig bekannt wurde, im Bestand waren, spricht sehr für diese Bücherei.

    • Gabriele Belloff schreibt:

      Danke für das freundliche Kompliment! Literatur-Scout zu sein und auch (noch) weniger bekannte Autorinnen und Autoren im Angebot zu haben, gehört zu den Aufgaben, die uns besonders Spaß machen.

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